Plagiatsverdacht bestätitgt - Uni Assistentin entlassen

Wie vor einigen Tagen bekannt wurde, hat sich Plagiatsfall rund um die Klagenfurter Uni Assistentin bestätigt. Der Rektor der Universität Heinrich C. Meyer hat nach eigenen Angaben ein Verfahren zur Aberkennung des Titels eingeleitet und die Assistentin entlassen. Die Entscheidung begründete er mit einer Stellungnahme und Empfehlung Uni-internen "Ombudsstelle zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis"die den Fall untersucht hatte. Ob auch der Betreuer der Arbeit, Prof. Rainer Winter, der die Arbeit immerhin mit „Sehr gut“ beurteilt hatte ebenfalls Konsequenzen zu tragen hat ist bisweilen offen.
Der
Plagiatsjäger Stefan Weber
nimmt im Gespräch mit der „Eule“ zu den
aktuellen
Ereignissen Stellung.
Wie
bereits berichtet soll eine
Kärntnerin, die bis vor kurzem als Uni-Assistentin gearbeitet
hat, bei ihrer Diplomarbeit „Wicki und die starken
Männer“
ganze Passagen aus dem Internet kopiert haben. Aufgedeckt hat den
Plagiatsfall erneut Stefan Weber, der bereits in Salzburg mit seinen
Recherchen heftige Diskussion ausgelöst hat. Im
Gespräch
mit der Eule sieht sich Weber durch „die mutige
Entscheidung
des Rektors“ bestätigt.
Auf die Frage ob es nicht auch für
den Betreuer, der die Arbeit ja mit „Sehr gut“
benotet hatte,
ebenfalls Konsequenzen geben sollte, findet der Salzburger
Plagiatsjäger klare Wort: „Der Umfang des
Plagiats ist so
gravierend, dass es wohl kaum möglich ist, dieses in einem
Betreuungsverhältnis zu übersehen. Zudem ist in der
aktuellen Diskussion ja aus dem Blickfeld geraten, dass die Note Eins
für das Ansehen einer einzigen Wickie-Folge in einer
Kindergartengruppe in der Dauer von dreißig Minuten auch ohne
Plagiat ein Schlag ins Gesicht für alle ordentlich arbeitenden
Studierenden ist. Das ist einfach kein empirisches Arbeiten, das ist
keine Forschung. Der Schaden, den der Klagenfurter Professor seinem
eigenen intellektuellen Projekt, den Cultural Studies,
zugefügt
hat, ist noch gar nicht abzusehen. “
Die bisher aufgedeckten Fälle hatten nur eine geringe Reichweite. Doch mit diesem Fall in Kärnten scheinen auch die anderen österreichischen Universitäten aufgewacht zu sein um auf das Phänomen des Plagiierens zu reagieren. So führt die Uni Wien im kommenden Wintersemester ein elektronischen Prüfverfahren ein, welches alle Arbeiten der Studenten überprüft. Erst nachdem die Software "Mydropbox" die Arbeit frei gibt, wird diese an das Prüfungsreferat und die Gutachter weitergeleitet. Sollte "Mydropbox" ein Plagiat erkennen, werden Betreuer, Studienprogrammleiter und der Student zu einem Gespräch geladen. Bestätigt sich der Verdachtsfall wird ein Verfahren eingeleitet. Stefan Weber sieht in dieser Form einen möglichen Ansatz, der aber eher einem „digitalen Wettrüsten“ gleichkommt. Denn Plagiate aufzuspüren nachdem sie entstanden sind ist einen Schritt zu spät. Der Salzburger Medienwissenschafter schlägt vor Plagiatsprävention zu betreiben. Um „die Studierenden von vornherein von der Google-Copy-Paste-Methode wegbringen, mit der ja auch über weite Strecken die "Wickie"-Diplomarbeit entstanden ist. Es kann niemals genügen, das Wort "Medienrezeption" bei Google einzutippen, den vierten Treffer von oben in der Ergebnisliste, eine Schweizer Abschlussarbeit, anzuklicken und dann von dort ganze Absätze rauszukopieren“
Ob es an den österreichischen Universitäten wirklich so verbreitet ist, fremde Arbeiten einfach in die Eigenen zu übernehmen, bleibt offen. Anzunehmen ist aber, dass in Zukunft vermehrt auf die Zitierweise und Quellenvermerke in Arbeiten geachtet werden wird. Dass es aber nicht ausschließlich an der Kontrolle liegt, sondern vor allem an der Art und Weise, also der Professionalität wie Studenten im wissenschaftlichen Arbeiten geschult werden, ist auch klar.
von
Christian Reisinger
christian@die-eule.at
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